Vergleichsarbeiten in der Grundschule

 

 

Die Abkürzung „VERA“ steht für „VERgleichsArbeiten in der Grundschule“.

 

Die Universität Koblenz-Landau wurde von den Länderkultusministerien beauftragt, eine bundesweite Lernstandserhebung für die Fächer Mathematik und Deutsch in den dritten Klassen deutscher Grundschulen durchzuführen. Mit Testaufgaben, die sich an den Bildungsstandards orientieren, werden die Schülerleistungen in diesen beiden Fächern überprüft. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten können Lehrkräften als Grundlage zur Unterrichtsentwicklung dienen und dabei helfen, ihre Schüler aus

einem anderen Blickwinkel zu bewerten. So können Lehrkräften den Lernstand ihrer Schüler/-innen, ihrer Klasse und ihrer Schule im Vergleich mit anderen einschätzen. Derzeit nehmen rund 500.000 Schüler an den Vergleichsarbeiten teil.

 

Weitere Informationen zu "VERA" erhalten Sie hier

 

 

VERA - Vergleichsarbeiten 2016 an der Grundschule Emstek

 

Die Vergleichsarbeiten wurden im April 2016 in allen 3. Klassen des Landes Niedersachsen und vielen weiteren Bundesländern geschrieben. Die Ergebnisse der Grundschule Emstek in den einzelnen Kompetenzstufen sind in den nachfolgenden Diagrammen dargestellt.

 

 

 

 

Beschreibung der Kompetenzstufen Deutsch: Lesen


Für das Fach Deutsch in der Primarstufe liegt für den Kompetenzbereich „Lesen - mit Texten und Medien umgehen“ ein im März 2010 von der Kultusministerkonferenz (KMK) verabschiedetes Kompetenzstufenmodell vor. Im Folgenden werden die Kompetenzstufen im Bereich „Lesen“ kurz beschrieben. Die Stufenbeschreibung wurde vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin vorgenommen.

 

 

Stufe 1: Explizit gegebene Einzelinformationen identifizieren

Kinder auf dieser Kompetenzstufe sind in der Lage, meist konkrete Informationen zu identifizieren bzw. wiederzugeben, solange diese an leicht auffindbaren Stellen lokalisiert sind, z.B. am Anfang eines langen Absatzes. Teile der Formulierung der Aufgabe sind mit der Formulierung der gesuchten Information weitgehend identisch. Sind bereits Schlüsse im Spiel, dann sind sie textbasiert und beziehen sich fast durchgängig auf die Verknüpfung von Informationen auf lokaler Ebene, also in benachbarten Sätzen.

Die Aufgaben haben in der Regel Multiple-Choice-Formate. Es kommen auch halb offene und offene Items vor, wobei jedoch allenfalls ein Wort zu schreiben ist oder auch ein Satz, der zumeist aber wörtlich aus dem Text übernommen werden kann. Zusammenfassend bleiben Schülerinnen und Schüler auf dieser Stufe deutlich unterhalb der Erwartungen der KMK-Bildungsstandard.

 

Stufe 2: Benachbarte Informationen miteinander verknüpfen

Kinder auf dieser Kompetenzstufe können Aufgaben lösen, bei denen eine gegebene Information mit einer anderen zu verknüpfen ist. Dabei sind diese Informationen in der Regel im Text eher benachbart, aber die Verknüpfung ist nicht explizit gegeben, sondern muss erschlossen werden. Es handelt sich um einfach herzustellende kausale Beziehungen, Motive von Handlungen und Ursachen von Vorgängen. Die Lokalisierung von Informationen ist im Vergleich mit Stufe I manchmal dadurch erschwert, dass im Text oder der Aufgabenstellung plausible Distraktoren vorkommen.

 

Stufe 3: „Verstreute“ Informationen verknüpfen und den Text ansatzweise als ganzen erfassen 

Den Kern der Aufgaben, die Kinder auf Kompetenzstufe III lösen können, bilden Multiple-Choice-Items oder auch Kurzwortitems, bei denen es um die Verknüpfung bzw. Integration von Informationen geht, die weit über den jeweiligen Text verstreut sein können. Dabei geht es z.B. um den Abgleich der Angaben von Tageszeiten zu Beginn und am Ende eines Textes, um die richtige Anordnung verwürfelter Elemente in einem lyrischen und einem narrativen Text, um die Feststellung von semantischen Ähnlichkeiten entfernt platzierter Sätze, um die Identifizierung einer Figur aus deren Perspektive erzählt wird, um die Angabe der Adressaten von Figurenrede, wobei jeweils mehrere Textstellen berücksichtigt werden müssen.

Fragen wie die, welches von mehreren genannten Textthemen wohl am ehesten zutrifft und welche Überschrift angemessener ist als andere, zielen ebenso auf ein Verständnis des gesamten Textes wie Aufgaben, bei denen eine rudimentäre Bewertung („Wie findest du diese Geschichte?“) in Form einer Kurzantwort - eines Adjektivs und eines begründeten Satzes - gefragt ist. Erst auf Stufe III können die Kinder dem Modell zufolge den jeweiligen Text ansatzweise als ganzen Text erfassen.

 

Stufe 4: Für die Herstellung von Kohärenz auf der Ebene des Textes wesentliche Aspekte erfassen

Kinder auf Kompetenzstufe IV können über die bisher dargestellten Aufgaben hinaus zu einem guten Teil auch solche Aufgaben lösen, die so formuliert sind, dass die Zuordnung der gesuchten Informationen erschwert ist. Andere Aufgaben - im Multiple-Choice-Format - enthalten in den jeweiligen Texten selbst vorkommende hochplausible Distraktoren. Zudem kommen einige mehrteilige Wahr-Falsch-Items vor, bei denen man sich auf ein Verständnis des Textes im Ganzen stützen muss bzw. in deren Rahmen sprachlogisches Wissen zu aktivieren ist.

 

Stufe 5: Auf zentrale Aspekte des Textes bezogene Aussagen selbstständig begründen

Schülerinnen und Schüler auf der höchsten Kompetenzstufe beantworten nicht nur Fragen nach dem Textthema und nach Handlungsmotiven, die im Text nicht explizit genannt sind. Sie sind vor allem in der Lage, im Rahmen von komplexeren offenen Items Behauptungen selbst¬ständig zu begründen, wobei die verlangten Schlüsse einmal mehr, einmal weniger textbasiert sind. Kinder auf Kompetenzstufe V entwickeln, wie es in den Standards heißt, eigene Gedanken zu Texten und nehmen zu ihnen Stellung.